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Geschichte im Westmünsterland
Das Schicksal der Vertriebenen beleuchtet

Von Manfred Elfering am 26. Februar 2010 07:35 Uhr

HEEK / AHAUS "Vieles, was in Worte gefasst ist, kann man oft hinter sich lassen - so verstanden ist ,Ich war fremd...' vielleicht auch ein Buch, das befreit" - mit diesen Worten brachte Maria Elisabeth Möllers die Erfahrungen, die sie im Zuge langwieriger Recherchen gemacht hat, bei der Vorstellung ihres Buches über das Schicksal der Vertriebenen auf den Punkt.
0226HE-KOPIE VON 0226HE-BUCHVORSTELLUNG
Mit den "ersten Exemplaren" (v. l.): Landrat Dr. Kai Zwicker, Maria Elisabeth Möllers, Kreisheimatpfleger Alfred Janning, Dr. Andreas Kossert und Markus Trautmann, Historiker.
Foto: Manfred Elfering
Die Lebensgeschichten ihres Buches sind, angereichert mit Fotos und Dokumenten verschiedener Art, auch als Beitrag zur Sozialgeschichte des Alltags zu lesen - mit persönlichen "Mosaiksteinen" aus der Fülle der Ereignisse des vergangenen Jahrhunderts. Das ist mit ein Grund, warum unter den 24 Menschen, die aus ihrem Leben erzählen, neben denen aus Danzig, Ostpreußen, Posen, Niederschlesien, Oberschlesien und dem Sudetenland auch drei nicht Vertriebene als "Alt eingessene" zu Wort kommen.

Menschliche Begegnungen

"Ich war fremd..." ist ein Erinnerungsbuch, aber immer seien dabei die menschlichen Begegnungen die Brücke zu der oft schwer zu durchdringenden Vergangenheit gewesen, so Möllers, die sich dem Begriff "Heimat" auf facettenreiche Weise näherte: "Heimat, ein Wort, das keinen Plural bildet, wird persönlich und das heißt unverwechselbar erlebt und im Verlust unverwechselbar erlitten" - ihr Buch legt eindrucksvoll Zeugnis davon ab.

Doppelte "Taufe" Die einführenden Worte zur "Taufe" sowohl des Buches als auch der neuen Schriftenreihe sprach Prof. Ludger Kremer als Vorsitzender der Gesellschaft für historische Landeskunde des westlichen Münsterlandes. Er moderierte auch den weiteren Verlauf des Mittwochabends im Fürstensaal von Schloss Ahaus.

Dr. Andreas Kossert, Deutsches Historisches Institut in Warschau, stellte in seinem Vortrag das Buch "Ich war fremd...", dessen Vorwort er selbst verfasst hat, in einen gesamteuropäischen Zusammenhang. Münsterland Zeitung vom 26.022

Auch Landrat Dr. Kai Zwicker zeigte sich beeindruckt von dem Ergebnis: "Ich freue mich besonders, dass es gelungen ist, die lebendigen Erinnerungen von Zeitzeugen auch für kommende Generationen festzuhalten."

Zeitzeugen gehört

Maria Elisabeth Möllers brachte ihr Bedauern darüber zum Ausdruck, dass einige der befragten Zeitzeugen das fertige Werk nicht mehr in den Händen halten können. Und: "Gewidmet ist das Buch den Menschen, die als Fremde ins Westmünsterland kamen, hier blieben, hier lebten und arbeiteten und starben, bevor sie ihre Geschichte haben erzählen können."

Quelle:Münsterland Zeitung vom 26.02.2010


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