Das neue Buch
Das Westmünsterland in der Weimarer Republik und der NS-Zeit.
Eine Aufsatzsammlung,herausgegeben von
Ingeborg Höting, Ludger Kremer
und Timothy Sodmann
Über dieses Buch:
Die Herrschaftsjahre der Nationalsozialisten (1933-1945)
sind ein Zeitraum, der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs lange
gesellschaftlich wie familiär be-schwiegen und auch im Schulunterricht
ausgeblendet blieb.
Die dann langsam einsetzende professionelle Erforschung der
nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland befasste sich zunächst
nur mit der kleinen, ideologisch fanatisierten Funktionselite: den
Entscheidungsträgern der obersten Funktionärsebene in Partei und Staat um den
Diktator Adolf Hitler sowie mit den führenden Institutionen der NS-Diktatur.
Lange vernachlässigt von der Fach- wie von der
Heimatforschung blieb dagegen die regionale und lokale Ebene des Geschehens —
sei es, dass die ehemals dort engagierten NSDAP-Funktionsträger nur als
Ausführende höherer Befehle gesehen wurden (vielleicht auch gesehen werden
wollten und sollten), sei es, dass Forschende vor der Möglichkeit desillusionierender
Erkenntnisse über das heimatliche Umfeld zurückschreckten. Die gesellschaftlich
breit gestreute Beteiligung an der vordem propagierten „NS-Gemeinschaft"
wurde so im Rückblick lange unterschätzt.
Der vorliegende Band stellt Ergebnisse mehrerer Studien zur
Geschichte des Westmünsterlandes in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor,
die bisher teilweise unveröffentlicht waren, teilweise auch nur in Vortragsform
die Öffentlichkeit erreichten: den weltanschaulichen Hintergrund der im
Westmünsterland dominierenden Katholiken während der Weimarer Republik und das
Erstarken konservativ-nationalistischer und antimodernistischer Kräfte; die
Machteroberung der NSDAP im alten Landkreis Borken und die gespaltene Haltung
des politischen Katholizismus; die Installation und Stabilisierung des
NS-Systems durch die Kommunalverwaltung am Beispiel der Stadt Ahaus; die
zunehmende Durchdringung des öffentlichen Lebens durch die NSDAP und ihre
Organisationen am Beispiel der Stadt Vreden; die mehr oder weniger erfolgreiche
Gleichschaltung der Schützenvereine im Westmünsterland während der NS-Zeit; und
schließlich den Bau des „Westfalenwalls" zu Ende des Zweiten Weltkriegs
und seinen militärischen Wert — oder besser: seine militärische Nutzlosigkeit.
Dieses Buch bietet allen Interessierten nun die Möglichkeit,
die von regional Forschenden gewonnenen detaillierten Erkenntnisse nachzulesen.
Die vorgestellten Befunde könnten darüber hinaus aber auch zum Ausgangspunkt
von weiterführenden Nachfragen und Recherchen werden, vielleicht zu eigenen Lokalstudien
inspirieren, die womöglich zu neuen Einschätzungen eines umstrittenen
Geschichtszeitraums gelangen. (Aus dem Vorwort)
Aus dem Inhalt:
Norbert Fasse: Volkstum als „unsere heiligste Tradition". Zum
weltanschaulichen Gepäck des katholischen Westmünsterlandes in der Weimarer
Republik
Josef Barnekamp: Die „Machtergreifung" der NSDAP im Landkreis Borken und
die Rolle des Zentrums
Gregor Müller: Installation und Stabilisierung des NS-Systems durch die
kommunale Verwaltung (am Beispiel der Stadt Ahaus)
Ingeborg Höting: Die Durchdringung des öffentlichen Lebens durch die NSDAP
(am Beispiel der Stadt Vreden)
Hendrik Schulze Ameling: Schützenvereine im Westmünsterland während des Dritten
Reiches
Adolf Vogt: Der „Westfalenwall" — Hitlers letztes Bollwerk oder
militärisches Armutszeugnis?
Das Buch erscheint als Band 2 der Schriftenreihe:
Geschichte im Westmünsterland
Beiträge der Gesellschaft für historische Landeskunde
des westlichen Münsterlandes e.V.
Auslieferung November 2010, Preis 16,-- €, ISBN
3-933377-14-5
Zu beziehen über die Gesellschaft info@ghl-westmuensterland.de ,
den Buchhandel oder direkt beim Verlag:
Achterland Verlagscompagnie GbR, Kirchplatz 8, 48691 Vreden achterland@gescher.com
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