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Nachrichten > Vortrag von Dr....

Vortrag von Dr. Burkhard Schwering in Rhede am 18.11.2010

Zentren der Verehrung. Marianische Gnadenstätten im Westmünsterland und am Niederrhein.

Der Vortrag befasst sich nach einer allgemeinen Einführung in die Geschichte des Wallfahrtswesens mit den marianischen Gnadenstätten in Stadtlohn, Eggerode und Kevelaer. Dabei werden jeweils deren individuelle, durch äußere und innere Faktoren bestimmte Strukturen und Profile herausgestellt und verglichen. Abschließend wird die aktuelle Entwicklung der Wallfahrt im größten nordwesteuropäischen Wallfahrtsort Kevelaer nach dem Papstbesuch im Jahre 1987 thematisiert.

Die Marienverehrung nimmt in der römisch-katholischen Kirche eine wichtige Rolle ein. Ausdrucksformen der Marienverehrung in der katholischen Kirche sind Marienwallfahrten, etwa nach Lourdes, Fátima, Tschenstochau, Kevelaer sowie zahlreiche Marienfeste und Maiandachten. Die Marienverehrung hat in den letzten Jahrzehnten eine Neubelebung erfahren, insbesondere durch die neuen geistlichen Bewegungen, aber auch durch PapstJohannes Paul II., der ein großer Marienverehrer war und bei seinen Auslandsreisen zahlreiche Marienwallfahrtsorte, so auch 1987 Kevelaer, besucht hat.

In Kevelaer wird Maria als Trösterin der Betrübten verehrt. Die Geschichte der Marienverehrung beginnt in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges, die den Niederrhein besonders heimsuchten. 1642 kam ein kleines unscheinbares Kupferbild mit dem Abbild der Gottesmutter nach Kevelaer. Die von Krieg und Pest heimgesuchte Bevölkerung wandte sich gläubig an die Gottesmutter und schon bald verbreiteten sich Nachrichten von Heilungswundern. Diese ließen den Pilgerstrom so anschwellen lassen, dass 1643 ein zweites Gotteshaus begonnen wurde - die 1645 vollendete, dem Erzengel Michael geweihte Kerzenkapelle. Bald folgte ein Neubau der Gnadenkapelle. Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie erneuert und die große heute als Hauptkirche genutzte Basilika kam hinzu.

Der Referent wird sich neben Kevelaer auch mit den münsterländischen Marienwallfahrtsorten Eggerode und Stadtlohn befassen. Eggerode gehört zu den ältesten Marienwallfahrtsorten im Bistum Münster. Seit etwa 1300 kommen Pilger aus der näheren und fernen Umgebung, um das Gnadenbild „Unsere Liebe Frau vom Himmelreich“ zu verehren. Einen besonderen Aufschwung erhielt die Wallfahrt nach dem Dreißigjährigen Krieg durch Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen. Einen weiteren Höhepunkt hatte das Wallfahrtswesen in der Zeit des Nationalsozialismus. Heute kommen Jahr für Jahr zwischen 60.000 und 80.000 Pilger in den Ort Eggerode.

Im westlichen Münsterland war Stadtlohn für einige Jahrhunderte auch ein Ort der Marienverehrung. Zentrum war eine Wallfahrtskapelle auf dem Hilgenberg, etwa einen Kilometer östlich von der St.-Otger-Kirche, der Pfarrkirche von Stadtlohn, gelegen. Die Kapelle wurde unter Fürstbischof Friedrich Christian von Plettenberg 1695 erbaut und 1738 erweitert. Durch die Jahrhunderte hindurch war die Muttergottes vom Hilgenberg Ziel vieler Wallfahrer aus dem westlichen Münsterland und den benachbarten Niederlanden. 1886 wurde das aus dem 14. Jahrhundert stammende Wallfahrtsbild gestohlen und so verebbte auch die Wallfahrt in Stadtlohn. Das jetzige Marienbild, die Raesfelder Madonna, ist eine Dauerleihgabe des Bistums Münster.

Der Referent Dr. Burkhard Schwering ist Leiter des Niederrheinischen Museums für Volksunde und Kulturgeschichte in Kevelaer.

Der Vortrag findet statt am 18.11.2010 im Gesundheitsmuseum - Medizin- und Apothekenhistorisches Museum Rhede - Museum für ländliches Gesundheitswesen e.V.,
Markt 14, in Rhede. Beginn ist 19:30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Interessierte sind herzlich eingeladen.

 



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