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Schützenvereine und Nationalsozialismus

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung der Gesellschaft für historische Landeskunde des westlichen Münsterlandes, die am Dienstag, den 23. März 2010, im Haus Hakenfort in Stadtlohn stattfand, hielt Hendrik Schulze Ameling aus Ahaus einen Vortrag zum Thema "Schützenvereine im westlichen Münsterland während des ´Dritten Reichs`".

Gut 30 Zuhörer, vornehmlich Mitglieder von Schützenvereinen, folgten mit lebhaftem Interesse den Ausführungen des Referenten. Igeborg Höting, Geschäftsführerin der Gesellschaft, führte Hendrik Schulze Ameling nicht nur als ausgewiesenen Historiker, sondern auch als aktiven zweiten Vorsitzenden seines heimatlichen Schützenvereins und somit als zweifachen Kenner der Materie ein.

Schon gleich nach der sogenannten Machtergreifung seien die Schützenvereine Ziele nationalsozialistischer Einflussnahme geworden. Die Vereine hätten seit alters ihren Hauptzweck in der Feier des alljährlichen Schützenfestes gesehen, allenfalls hätten sie sich als Wahrer örtlichen Brauchtums gefühlt. In ihnen hätten sich die sozialen Strukturen der Bauernschaften, Dörfer und Städte gespiegelt. Ein Aufstieg innerhalb des Vereins hätte nicht selten die Chance geboten, auch im gesellschaftlichen Ansehen zu wachsen. Diese Situation zu wahren, sei wichtiges Anliegen in den Vereinen gewesen. Damit seien sie aber auch dem Druck der Nationalsozialisten ausgesetzt gewesen. Die hätten nämlich die Erlaubnis zur Durchführung der Schützenfeste und zur Weiterführung des Verein davon abhängig gemacht, dass man zumindest formal das Führerprinzip übernommen hätte, SA-Verbände im Festumzug beteiligt und die Hakenkreuzfahnen zugelassen hätte.

Dass man aber auch seitens der Vereine große Hoffnungen in die "nationale Bewegung" gesetzt und sich der neuen "Volksgemeinschaft" gegenüber offen gezeigt habe, gehe aus den Eröffnungsreden und Grußworten der Vorsitzenden verschiedener Vereine hervor.

Wiederstände bzw. Verzögerungen bei der Durchführung der Gleichschaltung zum Deutschen Schützenverband z. B. bei der regelmäßig durchzuführenden Schießausbildung seien nur dann zutage getreten, wenn örtliche Traditionsgewohnheiten entscheidend berührt gewesen seien. Offener Widerstand sei wohl nirgends erkennbar.

Eine lebhafte Aussprache schloss den informativen Abend ab.


ZURUECK

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