Mitgliederversammlung und Vortrag
In seinem Vortrag Schützenvereine im westlichen Münsterland während des „Dritten Reichs“ gibt der Refernt Hendrik Schulze-Ameling (Ahaus) anhand ausgewählter Vereine einen Einblick in seinen derzeitigen Forschungstand zur Thematik „Schützenvereine und Nationalsozialismus“.
Mit
Schwerpunkt auf das westliche Münsterland werden die unterschiedlichen Etappen
des Gleichschaltungsprozesses dieser traditionalen, eher unpolitischen
Vereinsform nach der „Machtergreifung“ am 30. Januar 1933 durch die
Nationalsozialisten dargestellt. Dabei wird der Redner einerseits hinterfragen,
inwiefern die Nationalsozialisten die Schützenvereine und Schützenfeste für ihre
Zwecke und Ziele der Paramilitarisierung zu vereinnahmen suchten, andererseits
ist dagegen aus Sicht der Vereine zu fragen, welchen Beitrag die Schützen zur
Festigung der „Volksgemeinschaft“ und zur Wehrhaftmachung des deutschen Volkes
leisteten.
In diesem Zusammenhang werden die Strategien der
nationalsozialistischen Machthaber zur formalen und institutionellen
Gleichschaltung des durch seinen kulturellen Eigensinn geprägten
Schützenvereinswesens näher beleuchtet. Aber auch die (letztendlich erfolglosen)
Versuche einiger Schützenvereine, ihre Autonomie zu bewahren und die
Zwangseingliederung in den gleichgeschalteten Deutschen Schützenverband
zu vermeiden, sind Thema des Vortrages. Den Schlusspunkt bildet der Ausbruch des
Zweiten Weltkrieges, der den Schützenfesten und -vereinen als Ausdrucksform
kultureller Eigenständigkeit der ländlichen Gesellschaft ein vorläufiges Ende
bereitete.
Der Vortrag findet am 23.3.2010 in Stadtlohn im Haus Hakenfort statt; Beginn ist um 19:30 Uhr
nach der Mitgliederversammlung der Gesellschaft. Alle Interessierten sind
herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.
Alle Mitglieder der Gesellschaft
werden zu 18:00 Uhr zur Mitgliederversammlung herzlich
eingeladen.
ZURUECK