Zum Vortrag und zur Buchvorstellung am 24. Februar 2010 im Fürstensaal des Schlosses Ahaus lädt die Gesellschaft alle Interessierten herzlich ein. Beginn ist um 19:30 Uhr.
Vortrag und
Buchpräsentation der Gesellschaft für historische Landeskunde des westlichen
Münsterlandes
Von Beginn an hat sich die Gesellschaft für historische
Landeskunde des westlichen Münsterlandes die Aufgabe gestellt, lokale und
regionale landeskundliche Themen in einer eigenen Schriftenreihe zu
veröffentlichen. Am 24. Februar kann nun der erste Band der Öffentlichkeit
vorgestellt werden. Eine Arbeitsgruppe hat Menschen aus dem Raum Heek nach
ihren persönlichen Erinnerungen befragt – Menschen, die nach 1945 aus ihrer
angestammten Heimat vertrieben wurden und im westlichen Münsterland eine neue
Heimat fanden. Daneben berichten aber auch so genannte Alteingesessene wie sie
den Zuzug der Fremden erlebten.Die
Recherchen und Interviews machten Maria Elisabeth Möllers sowie Erika und
Hedwig Rosing.
Zur Buchpräsentation spricht Dr. Andreas Kossert, vom
Deutschen Historischen Institut in Warschau, der auch das Vorwort zum Buch
schrieb. Durch das gegenseitige Erzählen wächst Verständnis für den Anderen,
schreibt Kossert. Das ist auf lokaler Ebene nicht anders als zwischen zwei
Völkern. Empathie ist möglich, wenn man sich dem Gegenüber öffnet. Dass auch in
das westliche Münsterland viele Vertriebene kamen, zeigt deutlich, wie sehr
Deutschland und seine Nachkriegsgesellschaft nach 1945 aus den Fugen geraten
waren. Diese Zäsuren müssen wir anerkennen und beschreiben. "Ich war
fremd. . . Flucht und Vertreibung - lebensgeschichtliche Erinnerungen von
Zeitzeugen im Westmünsterland" ist ein wichtiger Baustein für das Verständnis
von Menschen, die seit mehr als sechzig Jahren zusammenleben, deren Geschichte
man aber häufig nicht kannte. Integration ist jedoch erst dann abgeschlossen, wenn
der kulturelle Reichtum, den einst die fremden Vertriebenen mitbrachten, auch
als Bereicherung für die münsterländische Kultur begriffen wird. Und die
wunderbare Sammlung dieser Lebenserinnerungen zeigt, wie sehr sich Deutschland
verändert hat, wie viele kleine Facetten schlesischer, ostpreußischer oder pommerscher
Kultur sich in das Münsterland eingewebt haben. Lebensgeschichtliche Erinnerungen
zeigen, wie schwierig nicht nur der Anfang war, sondern wie tiefgreifend sich
dieses Land verändert hat.
„Ich war fremd...“
Flucht und Vertreibung – lebensgeschichtliche Erinnerungen von Zeitzeugen im
Westmünsterland. Gesammelt und bearbeitet von Maria Elisabeth Möllers unter Mitarbeit
von Erika Rosing und Hedwig Rosing. Achterland Verlagscompagnie, Vreden /
Bredevoort 2009. (Geschichte im Westmünsterland, Bd. 1) ISBN 3-93377-13-7
24, 00 € - zu beziehen über den Buchhandel oder direkt
beim Verlag.