Neuer Vorstand ist der alte.
Die Mitgliederversammlung der Gesellschaft für historische Landeskunde des westlichen Münsterlandes wählte am Dienstag, den 22. März 2011, im Dormitorium in Asbeck den amtierenden Vorstand neu ins Amt.

In Abwesenheit des erkrankten Vorsitzenden Professor Dr. Ludger Kremer begrüßte der 2. Vorsitzende Winfried Semmelmann die Mitglieder, die vor der Sitzung bei einer Führung durch Stiftsbezirk und Dormitorium die Geschichte des Stiftsdorfes erkundet hatten. Sein besonderer Gruß galt den Mitgliedern des Kuratoriums und des Beirates der Gesellschaft.
Mit verteilten Rollen berichteten die Vorstandsmitglieder über die Aktivitäten im vergangenen Jahr und gaben Ausblicke auf das kommende. In der Aussprache gab es neben viel Lob auch eine Reihe von Anregungen, die sich besonders auf die Öffentlichkeitsarbeit im Verbreitungsgebiet der Gesellschaft, das sich etwa von Gronau bis Rhede und Schöppingen bis Isselburg erstreckt, und auch auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Landeskundlichen Institut in Vreden bzw. das geplante Kulturhistorische Zentrum dort bezogen.
Der Kassenbericht zeigte eine solide Kassenlage auf, was die Kassenprüfer ausdrücklich bestätigten. Dem Vorstand konnte danach einstimmig Entlastung erteilt werden.
Die Vorstandswahlen unter der Leitung von Landrat a.D. Gerd Wiesmann brachten dann das erwartete Ergebnis: die einstimmige Wiederwahl aller Mitglieder.

Gegen 20.00 Uhr begann vor 40 Zuhörern der Vortrag von Dr. Peter Ilisch zum Thema "Ansätze zur Erkundung der münsterländischen Siedlungsgeschichte".
Die Siedlungsgeschichte ist nach seiner Ansicht ein in den letzten Jahrzehnten
vernachlässigtes Feld, in dem sich Archäologie, Sprachwissenschaft, Geographie
und Geschichte betätigen können. Ilisch zeigte den Teilnehmern
recht konkret Ansatzpunkte zur Forschuing in diesem Arbeitsfeld auf, die auch Laien
wichtige Erkenntnisse bringen, wenn sie methodisch Schritt für Schritt
vorgehen. Ausgangspunkt ist normalerweise das Urkataster, das man
interpretieren können muss. Beizuziehen sind aber auch andere Quellen wie etwa der Status animarum, Steuer- und Schatzungslisten etc. Heute gilt das Münsterland als eine Landschaft der
Einzelhöfe. Das gälte aber nur für das Kernmünsterland, nicht aber für das westliche, dort sei die ürsprüngliche Siedlungsform eher der Weiler, der durch die Umgrenzung der Höfe mit Gärten und Obstwiesen, aber auch durch wüstgefallene Hofstellen ähnlich aufgelockert erscheine. Im Anschluss an seinen Vortrag beantwortete Dr. Ilisch viele Fragen der interessierten Zuhörer.
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